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Kaufberatung 2CV

Modell 2CV Art der Freigabe   sieht gut aus  
Autor   Winni the Pooh   Freigegeben durch   jan.fisch am 1.10.03 - 14:32 Uhr  
Stand   10.09.03 - 08:43 Uhr   Bisherige Aufrufe   1762  
Schwierigkeitsgrad   mittel   Dokumentenart   Kaufberatung  

Text

Für Mehr Infos, Bilder, TÜV-Infos, Unterlagen usw, bitte auch die Seite hier ansehen www.winni-the-pooh.de/auto/ente/ententechnik.htm

Wenn man sich eine Ente kaufen will, muß man auf einiges achten.
Wer eine Ente fährt und diese in einem ordentlichen Zustand hält, macht sich damit einen Haufen Arbeit und Mühe. Wer würde sich diese Arbeit und Mühe machen wenn er seine Ente verkaufen will?
Wer eine Ente fährt und diese in einem ordentlichen Zustand halten will, muß einen Haufen Geld hinlegen. Wer glaubt wie die Hippies früher billig Ente fahren zu können, hat bald nur noch Schrott im Hof stehen und wird versuchen diesen schnellstens vor dem nächsten TÜV los zu werden.

Im Klartext heißt das : Die Chance auf dem freien Privat-Markt Enten-Schrott zu kaufen, ist noch größer als groß. Gerade so Enten mit günstigen Preisen und einem halben Jahr TÜV sind mit Vorsicht zu geniesen.

Meinen Erfahrungen beim Kauf nach, haben 95% der Enten auf dem Markt faule, morsche oder schon defekte Rahmen, weswegen die von ihren Besitzern noch schnell vor dem TÜV an unbedarfte ahnungslose verkauft werden.
Meinen Erfahrungen beim Kauf nach, haben 99% aller Enten auf dem Markt defekte Dächer und/oder sonstige Undichtigkeiten wie z.B. an der vorderen Lüftungsklappe, und dadurch Rostprobleme.
Meinen Erfahrungen beim Kauf nach, haben 80% der Enten auf dem Markt illegale Umbauten, die eigentlich den Versicherungsschutz aushebeln oder Probleme beim nächsten TÜV machen.
Ein typisches Entenproblem.

Genauso ein typisches Entenproblem wie Rost, der am liebsten im Bereich der Stoßdämpfer im Kofferraum auftritt oder auch in der Reserveradmulde, oder im Bereich des Fußraums links und rechts am Rand, oder im Bereich der Karosserie wo sie im vorderen Bereich auf dem Rahmen aufliegt. Gerade dabei treten massive Rostschäden an Karosserie und Rahmen auf. Ein Blick unter die Gummifußmatte oder unter der Motorhaube auf den Karosseriebereich hinter der Lenkung zeigt hier meist übles.

Über eines muß man sich erst einmal im klaren sein : Ente fahren macht Arbeit und kostet Geld !!!

Wartungen sind häufiger zu machen wie bei normalen Fahrzeugen wie z.B. alle 2.000km das Fahrwerk mit der Fettpresse abschmieren oder alle 2.500km den Unterbrecher nachstellen.

Diese Wartungen sind aufwändiger zu machen wie bei einem normalen Fahrzeug. Man kann sagen, das für die meißten Arbeiten erst einmal Motorhaube, seitliche Bleche, Kotflügel vorne und Gebläsekühlung des Motors zu entfernen sind.

Ist man hier auf eine Werkstatt angewiesen, kostet das, da die Stunden der Mechaniker meist teurer sind wie die Ersatzteile. Hier ist auch die Einleitung zu verstehen, das zuviele Leute Enten-Schrott verkaufen, weil die billig Enten fahren wollen.

Man kann schon fast pauschall sagen, Enten auf dem freien Markt von Privat die weniger als 2.000,- Euro kosten, sind mit Vorsicht zu geniesen. Da ist fast nur Schrott dabei.
Ab 2.000,- Euro fangen die ersten Enten an, die man auch mal ein paar Jahre fahren kann ohne gleich einen Rahmen oder Motor tauschen zu müssen.
Wer es zeitlich und räumlich einrichten kann, sollte eine Ente in einer Fachwerkstatt für Enten überprüfen lassen.
Bei einem TÜV, Dekra oder einer Citroen-Werkstatt kann man sich das sparen.
Die wissen da eher nicht Bescheid.

Klar, es reizt für 200,- Euro eine Ente mit einem Jahr TÜV zu kaufen, aber wie schnell wird der Spaß zum Horror wenn es reinregnet, die Füße über großen Löcher im Boden schweben, in der Sitzfläche ein Loch ist das man denkt man sitzt auf einer Toilette, der Wagen nicht laufen will oder stinkt und rattert, beim ersten Werkstattbesuch der Werkstattbesitzer lacht und die Sektkorken knallen läßt vor lauter Freude über die herrlichen Zeiten die für ihn anbrechen mit solch einem Kunden, oder wenn die Freundin einem schwört, niemals mehr einen Fuß in diesen Schrotthaufen zu setzen und die Freundschaft kündigt, weil Sie bei der letzten Fahrt ins Kino mehr Horror in der Ente erlebte wie in "Halloween5" und der Prüfer vom TÜV schon die Schere bereit legt, um am Fahrzeugbrief die Ecke abschneiden zu können, damit der Wagen als VU (Verkehrsunsicher) verschrottet werden kann?

DAS sollte man sich gut überlegen !!!!

Nachdem ich diese Überlegung gemacht hatte, habe ich als Enten-Neuling eine Ente vom Händler mit Garantie gekauft, nachdem ich mir etliche "Liebhaberfahrzeuge" oder "Wertanlagen" mit Schrecken und Grausen angesehen habe. Besser ist das manchmal.
Ok, worauf muß man achten :

1.) Erster Eindruck. Wie sieht die Ente aus? Ist das Fahrzeug sauber, gepflegt, optisch in gutem Zustand? Wenn nein, Finger weg wenn man keine Enten-Schrauber Kenntnisse hat. Mir hat man Anfangs Enten angeboten, mit dem Pinsel gestrichen, in den Türen Löcher von Lautsprecher, Sitze die komplett durchgerissen waren und dann wurde mir was von "Wertanlage" und "Liebhaberfahrzeug" erzählt.

2.) Ist das Dach intakt, ohne Löcher und öffnet und schließt gut? Wenn nein, Preis um mindestens 200,- Euro runterhandeln, das kostet ein einigermaßen gutes Dach. Die Argumentation das ein kaputtes Dach bei einer Ente normal wäre stimmt zwar, aber trotzdem zeigt das von schlechter Pflege beim Vorbesitzer.

3.) Reserverad raus und Fußmatte vor Fahrer-/Beifahrersitz raus. Sind hier Rostlöcher? Das sind typische Schwachstellen bei einer Ente, wo diese zuerst anfängt zu rosten. Hier sieht auch der TÜV gerne hin und wenn es unter der Fußmatte rostet, ist mit höchster Wahrscheinlichkeit auch der Rahmen angegriffen.

4.) Motorhaube auf. Wie ist der Motor-Eindruck? Sieht der Motorraum aufgeräumt auf oder hängen wirr Kabel durch die Gegend? Ist der Motor sauber? Stimmt der Ölstand? Ist der Luftfilter sauber? Wie sehen die Zündkerzen aus? Am besten Motorkompression messen. Wer die Kompression nicht messen kann, den Gesamteindruck des Motors auf sich wirken lassen, ob der optisch einen vernünftigen Eindruck hinterläßt. Der Enten-Motor hält ewig ... wenn er gepflegt wird. Es gibt aber zuviele Leute, die eine Ente nicht pflegen.

5.) Wie sehen die Reifen aus? Neue Reifen sind sehr teuer. Michelin 125SR 15 kosten 300,- Euro der Satz. Sind die Reifen runter, den Preis drücken. Von einem Reifenhändler aufklären lassen woran man das Alter der Reifen erkennt (am Rand ist so eine Nummer, ich weiß es jetzt nicht so genau aus dem Stehgreif. Irgendwo habe ich einen Zettel liegen wo es genau drausteht. Sorry). Sind die Reifen zu alt, den Preis drücken da neue nötig sind.
Erzählt der Besitzer was von Winterreifen, die Größe und das Alter genau prüfen.
Erzählt der Besitzer was davon, das Enten-Reifen ewig halten, hat er absolut recht (aufgrund der geringen Belastung durch die geringe Motorleistung) aber überalterte Reifen sind eine Gefahr bei schlechten Straßenverhältnissen. Bei nasser Straße rutschen alte Reifen wie auf Schmierseife. Man spricht hier dann gerne von "Holzrädern", weil alte Reifen hart werden und dann ewig halten, aber leider auch keinen Halt mehr liefern.

6.) Sind irgendwelche Veränderungen oder Umbauten vorgenommen worden? Prüfen ob diese eingetragen wurden.

7.) Wann hatte der Wagen TÜV? Wann wurde der letzte neue Rahmen eingebaut? Man kann pauschal sagen, alle 10 Jahre ist ein neuer Rahmen fällig und dieser kostet zwischen 800,- und 1.000,- Euro.
Sind diese 10 Jahre seit dem letzten Rahmentausch rum, unter das Auto legen und Rahmen genau kontrollieren, notfalls an komischen Stellen mit dem Schraubenzieher bohren, von einem Helfer das Fahrzeug vorne an der Stoßstange aus den Federn heben lassen und dabei genau kontrollieren wie sich der Rahmen verhält. Biegt er sich vorne? Macht er den Eindruck "weich" zu sein? Finger weg. Ein neuer Rahmen ist teuer, der Einbau aufwendig oder (beim Händler) auch teuer.

8.) Mit dem Enten-Wagenheber den Wagen anheben (hält das die Karosse problemlos aus?) und an den vorderen Räder wackeln. Mit zuviel Spiel sind (typisches Enten-Problem) die vorderen Achsbolzen ausgeschlagen. Hier hat einer nicht regelmäßig das Fahrwerk abgeschmiert. Das kostet in der Werkstatt ein Haufen Geld, weil viel Arbeit und ist zuhause nur mit einem Spezial"abzieher" (muß mit einem speziellen Bolzen durchgeschlagen werden) zu machen, wobei meißt hinterher das Feingewinde der Schmutzkappen nachgeschnitten werden muß.

Werkzeug-/Materialliste

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