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Heizung funktioniert nicht

Modell Für alle passend Art der Freigabe   Nachgebaut  
Autor   gabel   Freigegeben durch   gabel am 10.02.03 - 20:45 Uhr  
Stand   12.02.03 - 15:58 Uhr   Bisherige Aufrufe   6505  
Schwierigkeitsgrad   leicht   Dokumentenart   Reparaturanleitung  

Text

Problemstellung:
Die Innenraumheizung funktioniert nicht trotz geöffnetem Regler. Das Gebläse funktioniert, aber es kommt keine warme Luft.

Folgendes ist auf Wasserkühlung bezogen, zu luftgekühlten Autos lass ich mir noch etwas einfallen.

Zunächst kontrolliert man mal den Kühlmittelstand, je nach Fahrzeug am Ausgleichsbehälter oder am Kühler selbst. VORSICHT: bei warmem Motor besteht Verbrennungsgefahr!
Ist zu wenig Kühlmittel im System, füllt man auf, am besten mit Frostschutz. Bei warmem Motor lässt man zum Nachfüllen den Motor laufen.
Ist genügend Kühlflüssigkeit vorhanden, sucht man nach eventuellen Entlüftungverschlüssen und öffnet diese von unten nach oben der Reihenfolge nach bis keine Flüssigkeit mehr austritt.
Dann wieder Kühlflüssigkeit nachfüllen.
Hat nix gebracht?
Dann guck mal, ob noch alle Keilriemen da sind.
Dem ist so?
Da kommen nicht zufällig ungewöhnliche Geräusche aus dem Motorraum, ungleichmäßiges Schaben, Pfeifen, Heulen, als ob manchmal etwas nicht richtig mitläuft? nicht? Gut :-)
Nächste mögliche Ursache könnte das Ventil zum Heizungsschieber sein: Ist der Bowdenzug noch in Ordnung, das Ventil gängig?
Dieses Ventil befindet sich beim PKW in aller Regel direkt am Wärmetauscher der Heizung und der unter einer Verkleidung rechts neben dem Fahrerfussraum. Ist der Wärmetauscher schonmal freigelegt, sieht man auch gleich nach, ob sich darauf vielleicht auch ein Entlüftungsventil befindet. Wenn ja, ist hier natürlich auch die Luft abzulassen.
Ventil und Bowdenzug sind gangbar? gut. Wenn nicht, gangbar machen oder austauschen.
Nun gibt es auch Autos die mehrere Wärmetauscher haben, unter Umstaenden auch mehrere Ventile zum Regulieren und Verteilen, diese können dann auch elektrisch oder sogar elektropneumatisch gesteuert sein, und um das noch zu toppen, von einer zentralen elektronischen Einheit programmgesteuert sein (Klimaautomatik). Diese Anleitung bleibt schlicht beim Bowdenzug, und dem kann ein Tropfen Öl nicht schaden :-) bevor man die Verkleidung wieder um den Wärmetauscher baut.

Nun sollte die Heizung wieder funktionieren, tut sie aber nicht?
Dann wird's aufwendiger.
-Möglicherweise schliesst das Thermostat nicht mehr, so dass der Motor garnicht erst warm wird. Die Temperaturanzeige, sofern vorhanden, sollte das auch anzeigen.
-Möglicherweise ist das System verstopft oder zugesetzt. Wahrscheinlich würde dann aber auch der Motor schnell kochen.
-Möglicherweise ist die Wasserpumpe defekt. Auch dann würde der Motor schnell kochen.

Der Motor kocht nicht, also ist es das Thermostatventil. Vielleicht ist ein Solches auch garnicht eingebaut, etwa bei ganz alten Autos. Die haben eine Vorrichtung zum Abdecken des Kühlers. Guter Trick :-) Also decken wir mit einem Karton den Kühler ab. Zum Ausprobieren!
VORSICHT! der Motor wird jetzt u.U. nicht mehr ausreichend gekühlt, bitte unbedingt drauf achten dass der Motor nicht zu heiss wird und schlimmeren Schaden nimmt!
Ok, die Heizung heizt wieder, also ist es das Thermostatventil. Da das mit der Abdeckung kein Dauerzustand sein soll, weil gefährlich fuer den Motor, besorgst Du Dir zunaechst mal passenden Ersatz und dazu die nötigen Dichtungen. In unseren Breitengraden dürfte ein Standartthermostat genügen, das bei ca. 80° öffnet, viel höhere oder niedrigere Wärmewerte brauch man eigentlich nur für spezielle andere Klimazonen.
Das Thermostatgehäuse kann man ersatzweise auch mit mit passendem Silikon oder Gehäusekleber dichten. Man hat auch schon kerzenwachsgetränkte, selbstgeschnittene Kartondichtungen gesehen :-)

Nun ist das Thermostatventil auszubauen. Da seine Aufgabe ist, die Kühlflüssigkeit erst in den Kühler zu lassen, wenn der Motor Betriebstemperatur erreicht hat, findet man es logischerweise in einem Gehäuse am Motor, von dem ein dicker Schlauch zum Kühler geht. In aller Regel ist dieser der dicke obere Schlauch zum Kühler. Der Untere geht dann in aller Regel direkt zur Wasserpumpe, aber die ist ja noch nicht kaputt :-)
| Fotos von Thermostatgehäusen: Talbot Samba, Cit Visa Diesel, Ford Transit Diesel |
thermo_samba.jpgthermo_visa.jpgthermo_transit.jpg

Je höher das Thermostatgehäuse im Motorraum liegt, desto weniger Kühlmittel muss nun abgelassen werden. Manche Autos haben einen Ablasshahn, bei anderen lösst man vorsichtig einen Schlauch und lässt etwas Kühlflüssigkeit in einen sauberen(! Man kann sie später wieder einfüllen) Eimer. Anschliessend wird das alte Thermostatventil aus-, das neue eingebaut, alles wieder zusammengeschraubt, abgelassenes Kühlwasser wieder eingefüllt. Bei laufendem Motor guckt man, ob auch alles wieder dicht ist.

Ein ausgebautes Thermostatventil kann man in einem Kochtopf mit Wasser selbst prüfen. Kalt ist das Ventil geschlossen. Erhitzt man das Wasser, muss sich das Ventil öffnen. Mittels eines Einkochthermometers kann man so auch die genaue Öffnungstemperatur ermitteln.

Nun, angenommen es war garnicht das Thermostatventil, garnichts von dem was oben steht hat geholfen, die Heizung will einfach nicht, obwohl der Motor vor sich hinkocht. Wie siehts aus mit Verstopfung? Zugegeben, sowas gibt's. Allerdings ist in aller Regel der Kühler verstopft bevor es die Heizung betrifft, dann ist das Symptom schnelles Heisswerden. Man kann das System spühlen, es gibt auch Reinigungszusätze, ich ziehe es vor, den Kühler, bzw. das Kühlernetz, zu erneuern. Der Wärmetauscher sollte erfahrungsgemäß nicht wesentlich betroffen sein. Sowieso dürften Ablagerungen in geschlossenen Systemen, die immer schön mit einem ordentlichen Frostschutzmittelzusatz betrieben wurden, nicht vorkommen. In diesem Zusammenhang ist die Verstopfung eine eher theoretische Möglichkeit. Weil wenig Erfahrung damit, schreib ich auch nix weiter dazu.

Bleibt die Wasserpumpe als Ursache. Nun, Wasserpumpen gehen schonmal kaputt. Meist mit schlimmeren Folgen als eine nicht funktionierende Heizung. Weiter oben wurde ja schonmal nach dem Keilriemen gesehen, mit dem werden die meisten Wasserpumpen angetrieben. Manche aber auch mit einem Zahnriemen und es gibt auch elektrische Wasserpumpen. Das Funktionsprinzip ist gleich, mittels einer Welle wird ein Flügelrad angetrieben, das im Kühlwasser läuft. Mögliche Defekte an der Wasserpumpe sind:
-Ausgelaufene oder feste Lager. Sofern die Welle frei liegt, etwa einen mechanischen Lüfter mit antreibt, kann man das mit Drehen und Wackeln eventuell feststellen.
-Flügelrad hat sich von der Welle gelößt. Das sollte zu hören sein.
-Antrieb defekt. Keilriemen war geprüft, Zahnriemen kann man ausschliessen, bei einer elektrischen Pumpe wäre der Motor zu prüfen.
-Defekt an Gehäuse oder Dichtung, hätte in den meisten Fällen auch einen Austritt von Kühlflüssigkeit zur Folge.

Eine elektrische Wasserpumpe klemmt man ab und versorgt sie direkt mit Strom von der Batterie. Jetzt sollte sie schön laufen, keine hässlichen Geräusche machen, aber hörbar Flüssigkeit pumpen. Ist dem nicht so, ist sie auszutauschen. Tut sies, wäre zu prüfen, ob sie Strom bekommt. Ob Citroen allerdings überhaupt einen Quatsch wie elektrische Wasserpumpen verbaut, weiss ich nicht. Jedenfalls sind sie selten, finden aber schonmal öfter Verwendung als Zusatzwasserpumpen.

Bei mechanisch angetriebenen Pumpen, sofern man von Außen nichts feststellen kann, muß ausgebaut werden. Hier wird es nun wieder arg typenspezifisch. In aller Regel dürfte bei einem neueren Auto ein Neuteil erforderlich sein. Werd die Tage mal nach der Wasserpumpe am HY sehen
| So sehen Wasserpumpen aus: Ford Transit Diesel, Talbot Samba |
wapu_transit.jpgwapu_samba.jpg

Werkzeug-/Materialliste

Lappen zum Öffnen des Deckels
Kanne mit Frostschutz
eventuell verschiedene Schraubenzieher, Zangen und Oelkaennchen
Je nach eingegrenztem Fehler brauch man auch noch Eimer und anderes Werzeug

Bemerkungen

Kühlmittelstand sollte eigentlich taeglich geprueft werden, ebenso der Oelstand.
Die Anleitung ist noch unvollständig

Kommentare

User Datum Kommentar
bxkurt 1.03.07 Bitte die Lüfterklappen im Heizungsgehäuse auf Gangbarkeit prüfen. Ebenso die Bowdenzüge der Heizungs- und Klappenbetätigung. Wenn die Züge unbeweglich geworden sind, gibt es oft "Knarr-" oder "Rattergeräsche" an den Betätigungsknöpfen. Ist einmal ein Kühlerdichtmittel aufgefüllt worden? Um evtl. kleine Undichtigkeiten im Kühlsystem zu beseitigen. Diese "Brühe" lagert sich besonders gerne im Heizkörper ab!!! Jetzt ist Vorsicht angesagt, denn ein Spülen oder Reinigen mit Laugen oder Kalklösern läßt dann sofort die - vermeindlich beseitigte- Undichtigkeit wieder auftreten.

 

 

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