Citroen Dokumente, Reparaturanleitungen, Kaufberatungen, Tipps und Tricks

Standheizung / Zuheizer

Modell Für alle passend Art der Freigabe   nachgebaut  
Autor   gabel   Freigegeben durch   gabel am 22.02.03 - 22:34 Uhr  
Stand   23.02.03 - 15:22 Uhr   Bisherige Aufrufe   7216  
Schwierigkeitsgrad   mittel   Dokumentenart   Reparaturanleitung  

Text

Standheizung/Zuheizer im Auto

Beschreibung

Um ein KFZ unabhängig vom Antrieb heizen zu können, gibt es verschiedene Geräte. In Deutschland muß ein solches Gerät ein Prüfzeichen haben, der Einbau abgenommen und in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Es gibt:
-Luftheizer mit den Brennstoffen Gas, Benzin und Diesel/Heizöl
-Wasserheizer mit den gleichen Brennstoffen

Welche Art der Heizung man wählt, hängt vom jeweiligen Einsatzzweck ab. Für ein Wohnmobil, bei dem nur der Innenraum geheizt werden soll und das schon über eine Gasanlage verfügt, empfiehlt sich eine Umluft-Gas-Heizung. Genauso kann man aber auch eine gasbetriebene Wasserheizung nehmen, die als Fußbodenheizung funktioniert.
Um beim Alltagsfahrzeug Motor und den Innenraum vorzuwärmen, kommt etwa ein Wasserheizer mit Dieselbrenner in Frage.
Treibstoffbetriebene Luftheizer bewähren sich zum schnellen Erwärmen des Innenraums.
Eine Sonderrolle spielen die sogenannten Zuheizer, abgespeckte Standheizungen, die in Autos mit modernen HDI-Motoren eingebaut sind.

Persönlich hatte ich lange Zeit in meinem Wohnmobil einen holzgefeuerten, gemauerten, schweizer Kachelofen. Zulässig ist soetwas nicht, wurde vom TÜV aber als gut gesicherte Ladung toleriert :-)
Gasheizungen sind nicht Gegenstand dieses Artikels (da habe ich einfach keine Ahnung von), Luftheizungen wird man in aller Regel in PKW kaum noch antreffen. Falls man aber in Erwägung zieht, eine gebrauchte Luftstandheizung in ein Fahrzeug einzubauen, ist wichtig zu wissen:
Der Wärmetauscher einer Luftstandheizung darf nicht älter als 10 Jahre sein!
Mit dem regelmäßigen Austausch soll verhindert werden, daß Abgase in den Innenraum des Fahrzeugs dringen.

Als einzige, mir bekannte, Hersteller von Standheizungen/Zuheizern sind die deutschen Firmen Eberspächer und Webasto geblieben. Andere Hersteller, etwa in den USA, Schweden und den neuen Bundesländern wurden von denselben aufgekauft und die Produktion eingestellt.
Jeder Boschdienst vertreibt und repariert Standheizungen beider Hersteller, bei Problemen mit einer Standheizung dürfte der Boschdienst auch der zu empfehlende Ansprechpartner sein, auch wenn die Heizung die Teilenummer eines Autoherstellers trägt.
Informationsmaterial über Standheizungen ist Mangelware, Veröffentlichung von Werksunterlagen wird nicht genehmigt, deshalb dieser Artikel.
Standheizungen gibt es in Größen von 2 bis 35 kW. Die größeren findet man in Reisebussen, man könnte damit schon ganze Wohnhäuser heizen :-) Heizungen für PKW haben 3 bis 5 kW, für Kleinbusse, Wohnmobile und LKW kommen 5 bis 11 kW in Frage.

Die einzelnen Bauteilesind:
-Bedienelemente
-Steuergerät; Sicherungen und Schaltrelais
-Heizgerät mit Brennluftgebläse, Brenner und Wärmetauscher
-Brennstoffversorgung
-Umwälzpumpe oder Heizluftgebläse

Zur Bedienung einer modernen Standheizung würde eigentlich ein Schalter zum Ein-/Ausschalten genügen. Normalerweise wird eine programmierbare, elektronische Zeitschaltuhr mitgeliefert, die die Einstellung verschiedener Startzeiten ermöglicht. Beim Einbau ist zu beachten, daß die Dinger sehr empfindlich gegen Druck sind, insbesondere das Display. Ältere Standheizungen haben manchmal noch regelrechte Vorglüheinrichtungen, allmählich dürfte soetwas aber kaum noch zu bekommen sein. An die Zeitschaltuhr sind drei dünne Kabel angeschlossen, eins ist Masse, eins die Dauerstromversorgung, eins das Schaltkabel. Optional gibt es dazu einen Schalter für Sommer-/Winterbetrieb, dessen Funktion mir zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar ist. Weiter ist eine Funkfernbedienung möglich und ein Thermostatschalter. Theoretisch kann auch eine Klimaautomatik die Standheizung ansteuern, bei PKW dürfte eine solche Kombination aber in den seltesten Fällen anzutreffen sein. In jedem Fall schalten die Bedieneinrichtungen das Steuergerät und haben im Sicherungsgehäuse eine eigene Sicherung. In manchen Autos wird der Schaltstrom noch über einen weiteren Schalter geschickt. Der sitzt dann am Ventil der autoeigenen Heizung. Steht der Temperaturregler der Heizung auf kalt, läßt sich so die Standheizung nicht einschalten.

Das Steuergerät kann in einem externen Gehäuse, aber auch in Bauteilen des Heizgeräts untergebracht sein. Softwaregesteuert schaltet es die Brenn- und Regelvorgänge der Heizung. Es ist mit relativ dicken Kabeln direkt an die Batteriepole angeschlossen, wobei der Pluspol über die zweite Sicherung im Sicherungsgehäuse abgesichert ist. Das Steuergerät erhält Daten vom Flammwächter im Brennergehäuse und von Sensoren die Temperatur von Brenner und Heizmedium messen. Es steuert die Brennstoffzufuhr, schaltet Zündung und Brennergebläse, schaltet Wasserpumpe oder Luftgebläse der Heizung und kann über das Relais am Sicherungskasten das Gebläse der Fahrzeugheizung schalten (die dritte Sicherung). Es schaltet Brennstoffzufuhr und Zündung bei erreichen der Maximaltemperatur ab (das können je nach Heizung 60° bis 80° sein), sorgt für eine bestimmte Nachlaufzeit des Brennergebläses, und schaltet bei Unterschreitung einer bestimmten Temperatur die Heizung wieder ein. Abhängig davon, wie lange das Aufheizen dauert, oder wie schnell die Temperatur wieder sinkt, kann das Steuergerät die Wärmeleistung der Heizung regulieren. Mit Hilfe des Flammwächters prüft das Steuergerät immer, ob der Brenner auch wirklich brennt. Beim gleichen Heizungsmodell kann, muß aber nicht, das Steuergerät für Diesel- oder Benzinbetrieb unterschiedliche Steuerprogramme haben.

Das Heizgerät besteht im wesentlichen aus dem Wärmetauscher, der übergibt die Wärme der Verbrennung an das Heizmedium Wasser oder Luft, dem Brennluftgebläse, das saugt die Frischluft für die Verbrennung an, und dem Brenner, in dem das Gemisch aus Luft und Treibstoff zündet und verbrennt.
Je nach Modell zündet eine Glühkerze, ein Glühstift oder Zündkontakte das Brennstoffgemisch. Letztere findet man in den großen Heizungen zusammen mit der passenden Zündspule. Kerze oder keramischer Stift erhalten ihren Strom direkt vom Steuergerät.
Ebenfalls von Modell zu Modell verschieden wird der Brennstoff eingebracht. Allgemein ausgedrückt über eine Düse. In kleineren Heizungen findet sich auch noch ein Vlies und damit auch der wesentliche Unterschied zwischen Benzin- und Dieselmodellen.
Zur Kontrolle der Verbrennung ist im Brenner der Flammwächter eingebaut. Dies kann eine Fotodiode sein oder ein keramischer Stift.
Weiter sind im Heizgerät ein oder mehrere Temperaturfühler, die ihre Werte an das Steuergerät abgeben.
Jede Standheizung hat außerdem eine mechanische Temperatursicherung, die brennt bei Überhitzung durch und schaltet Zündung und Brennstoffzufuhr ab. Das kann eine Schmelzsicherung sein, bei manchen Modellen ist es ein Sicherungsschalter, den man wieder zurückdrücken kann.
Am Brenner sind Anschlüße für eine Auspuffanlage und die Brennluftzufuhr. Art und Länge der Schläuche können exakt vorgeschrieben sein.
Außerdem hat das Heizgerät natürlich Anschlüsse für das Heizmedium. Wasser- Vor- und Rücklauf oder einen Eingang für Frischluft und einen Ausgang für Heizluft.
Eine Heizung mit Dosierpumpe hat einen Anschluß für den Brennstoffschlauch, die anderen Anschlüsse für Treibstoff- Vor- und Rücklauf


Die Brennstoffversorgung besteht in der Regel aus einem eigenen Tankentnehmer, einem Filter und einer elektrischen Dosierpumpe. Der Tankentnehmer sollte so eingebaut sein, daß die Standheizung immer genügend Treibstoff im Tank läßt, daß das Auto noch fährt. Manche Modelle haben aber einen einfachen integrierten Tank ohne externe Pumpe, der über den Kraftstoffrücklauf des Automotors bei laufendem Motor gefüllt wird. Große Heizgeräte haben eine Treibstoffpumpe, die vom Brennergebläse angetrieben wird, ein Magnetventil und Vor- und Rücklauf.
Will man die Standheizung mit Heizöl (das darf man) betreiben, benötigt man dafür einen eigenen Vorratstank.

Wie die Luftheizung ein Heizlufgebläse, hat die Wasserheizung eine elektrische Wasserpumpe, die das Kühlmittel zirkulieren läßt.

Der Zuheizer ist eine normale Wasserstandheizung. Nur fehlen ihm die Bedienelemente und die Umwälzpumpe. Der Schaltstrom kommt hier von einem Außentemperatursensor.

Einbau:
Zu jeder Standheizung gibt es fahrzeugspezifische Einbauanleitungen und fahrzeugspezifische Einbausätze. Nicht jede Standheizung passt in jedes Auto, man bedenke die nötige Heizleistung, den Brennstoff und auch die Möglichkeiten der Brennstoffversorgung. Nicht jedes Auto hat etwa einen Treibstoffrücklauf. Tankentnehmer sind für Blech- oder Kunststofftanks unterschiedlich konstruiert.
Beim Boschdienst kann man erfahren, welche Heizung für welches Auto in Frage kommt. Für aktuelle Citroen-Modelle finden sich die Empfehlungen von Webasto auf einer eigenen Seite der citrep-Datenbank.
In der Regel gehört das Heizgerät in den Motorraum und dort an die hintere Spritzwand. Links oder rechts vom Motor kann sie auch eingebaut werden. Direkt vor dem Motor nicht. Vor Witterungseinflüssen soll sie möglichst geschützt sein und sie darf nicht in der unmittelbaren Nähe von heißen Bauteilen, wie Auspuff oder Turbolader, montiert werden. Bei manchen Autos kommt sie in ein Gehäuse unter den Fahrzeugboden, bei anderen in einen Radkasten, unter die Batterie, unter eine Lampe oder unter den vorderen Stoßfänger. Hat man mit der Heizung keine Einbauanleitung bekommen, sollte man sie sich beim Boschdienst oder direkt beim Hersteller besorgen.
In aller Regel wird bei der Abnahme die Einbauanleitung vorgelegt werden müssen.
Neben der geschützten Lage ist wichtig, daß die fahrtwindfreie Luftzufuhr gewährleistet ist und die Abgase gut entweichen und nicht in den Innenraum gelangen können.
Will man von der Einbauanweisung abweichen, etwa bei einem Wohnmobil das Heizgerät im Innenraum montieren, sollte man das vorher mit dem Prüfer abstimmen.
Die Elektrik gehört an einen gut zugänglichen Platz und muß vor Witterungseinflüßen und Spritzwasser möglichst geschützt sein, die Bedienelemente gehören dahin, wo sie Sinn machen. Etwa ins Armaturenbrett oder bei einer Wohnraumheizung in den Wohnraum.

Funktionsablauf

Fehlerdiagnose

Werkzeug-/Materialliste

Schwer zu sagen. Feinmechanische Werkzeuge und ausgefeilte Feinmotorik sind von Vorteil.

Bemerkungen

Keine Arbeit für Grobschmiede :-)
Der Text ist noch nicht fertig und wird noch erweitert.

Kommentare

User Datum Kommentar
Sielemke 23.02.03 Tolle Seite! Aber warum fehlt der Jumper?

 

Martin Stahl 24.04.03 Der Jumper kann bei "Eingeben" mit "Neue Kategorie" von jedem, der etwas schreiben will, ergänzt werden.

Martin

 

 

Kommentar abgeben   Ändern   Löschen
zurück
copyright 2009 by memo Software & Service